Wenn man in Irland über das Thema Wasser spricht, dann kommt man nicht um das "Wasser des Lebens...
Flugreisende konnten für ein knappes Jahr von gleich 6 deutschen Airports fast "direkt, aber nicht...
Aer Lingus fliegt ab Sommerflugplan (Ende März) auch wieder taeglich von München nach Cork.
Lufthansa fliegt ab 26.04.2008 immer Mittwoch und Samstag von Stuttgart nach Dublin und ab 10.05....
Die kleine Insel Irland ist weltweit ein Begriff. Fragen wir nach spontanen Assoziationen, die mit Irland verbunden werden, dann ist 'grün' immer ganz weit vorne mit dabei. Und natürlich Irish Folk, kaum zu glaubende Mythen, keltische Geschichte, die IRA, Whiskey und Guinness. Der Ire ist rothaarig, trinkfest, immer gut drauf und heißt Paddy, so will es das Klischee.
Warum die ganze Welt dieses kleine Land so gut zu kennen meint, ist schnell erklärt: Als zu Zeiten der großen Hungersnöte Millionen Menschen die Insel verließen, um ihr Glück und Auskommen in anderen Ländern zu suchen, nahmen sie ihre Heimat im Herzen und in ihren Liedern mit. Diese intensiven Gefühle und Stimmungen, die das Land zu spiegeln scheinen, sind in der Folkmusik zum Greifen präsent.
Das Erstaunliche an einer Reise durch Irland ist, dass dann, wenn man meint, einen überwältigend schönen Reisetag verbracht zu haben, der Abend im Pub dem Erlebten noch das i-Tüpfelchen aufsetzt. Das ist der Moment für Paddy: Bei einem Glas Guinness oder "cider" kommt er schnell ins Erzählen und so lernt man mehr Spannendes über dieses Land, als in den Reiseführern der Welt nachzulesen wäre.
Wenn der Urlaub endet, dann haben sich diese irischen Reiseerlebnisse längst wie kleine Fußabdrücke in die Seele geprägt. Man nimmt sie mit zurück in den Alltag und erinnert sich an die irische Gelassenheit, den Frohsinn und die Melancholie bei jedem Mal, wenn "fiddle" und "tin whistle" irgendwo auf der Welt von Irland erzählen.
Irland ist Dublin - und auch wieder nicht. Die HauptstadIrland tut der Seele gutt der Republik ist liebenswert, dekadent und gleichzeitig bodenständig. Vor einigen Jahren war "Dirty Old Town" die treffende Bezeichnung für eine Stadt, aus der man lieber weg- als hinzog. Doch Dublin hat sich kolossal verändert und ist heute ein Magnet für Touristen, aber auch für Menschen aus aller Welt, die hier mit Begeisterung leben. Das quirlig-bunte Gemisch aus traditionellen Pubs, Ethnoläden, Einkaufspassagen und Museen macht einfach gute Laune. Die Stadt ist mehr als nur Hauptstadt, sie ist DIE Metropole für Dichter, Musiker und Träumer. Mit Galerien, Cafés, Boutiquen und Musikstudios ist der Temple Bar District einer der spannendsten Kulturkomplexe Europas und das Herz dieser Stadt, die sich zu einer der aufregendsten in Europa gemausert hat.
Im Norden ist Belfast längst von den Straßenschlachten der IRA genesen. Das Inkrafttreten des Waffenstillstands sorgt seit 1994 dafür, dass Militär aus dem Straßenbild verschwand, die Hauptstadt aufblüht und sich ein fröhlicher Optimismus ausbreitet. So sind die vielen propagandistischen Wandmalereien im einst vom Bürgerkrieg gebeutelten Viertel um die katholische Falls Road und die protestantische Shankill Road inzwischen zur touristischen Attraktion geworden. Belfast ist trotz stolzer viktorianischer Bauten wie dem Rathaus keine als klassisch schön zu bezeichnende Stadt, sondern reizt durch ihren fast schon spröden Charakter. Die Stadt lebt von Details und dem was man entdeckt, wenn man sich die Zeit nimmt etwas genauer hinzuschauen und nachzufragen. Hier findet man mit dem Crown Liquor Saloon den wohl schönsten Pub der Welt - ein Design-Traum von 1885. Wussten Sie, dass hier die Titanic gebaut wurde? Eine Hafenrundfahrt entlang der Docks macht eindrucksvolle Momente der Zeitgeschichte lebendig.
Wie inspirierend Irlandreisen sind, lässt sich in unzähligen Reiseberichten nachlesen. Einer der Klassiker ist das 'Irische Tagebuch', in dem Heinrich Böll Mitte des letzten Jahrhunderts Stimmungsbilder eines Landes zeichnet, wie sie zum Teil heute noch zu erleben sind. Viele weltbekannte Schriftsteller stammen aus Irland, vier bekamen den Nobelpreis für Literatur. James Joyce's Dublin können Sie sogar heute noch erleben. Sein Neffe bietet hochinteressante Stadtspaziergänge an.
Überraschend ist, dass die Filmindustrie noch relativ jung ist. Erst 1981 wurde das Irish Film Board gegründet. Mel Gibsons "Braveheart" und Steven Spielbergs 'Der Soldat James Ryan' sind Blockbuster, die in Irland gedreht wurden. Zu den jüngeren Verfilmungen zählen 'Wiedersehen am Fluss' von Rosamunde Pilcher und der neue Streifen 'Jenseits des Ozeans' von ihrem Sohn Robin.
Normannische Burgen, Klosterruinen, Hochkreuze und Ganggräber machen Irland zu einem riesigen Freilichtmuseum. Überall gibt es Überreste einer oft dramatischen Geschichte. Man schätzt, dass Irland insgesamt mehr als 30.000 mehr oder minder gut erhaltene Burgen hat - und das auf nur rund 70.280 qkm Fläche! Zu den besonders beeindruckenden frühen Monumenten gehören die Megalithgräber und Dolmen im Burren sowie das Ganggrab von Newgrange, letzteres sicher das allergrößte Rätsel der Insel. Sind 180.000 Tonnen unbehauener Steinblöcke nur aufgerichtet worden, um einmal im Jahr für 17 Minuten einen 17 cm breiten Lichtstrahl einzufangen? Kein Zweifel, dass der Glaube an die Wiedergeburt des Menschen den Bau dieser einzigartigen Begräbnisstätte bestimmte.
Doch noch einmal zurück zu Paddy: Der Heilige Patrick stand Pate und brachte gegen 432 das Christentum auf die Insel. Er initiierte eine ganze Reihe von Klostergründungen. In nur 30 Jahren war ein großer Teil der Iren getauft und schon zwei Jahrhunderte später rankten sich die ersten Legenden um seine Wundertaten. Der Heilige wird alljährlich am 17. März mit dem St. Patricks Day ausgiebig gefeiert - traditionell ganz in insel-grüner Kleidung und bei reichlich Guinness und guter Musik.
Irland ist ziemlich klein, ziemlich überschaubar und absolut vielseitig. Direkt vor Dublins Haustür liegen die geheimnisvollen Moore, stillen Wälder und dunklen Seen der Wicklow Mountains. Ganz anders zeigt sich der Inselsüden. Hier ist die Küste der Aussteiger, Golfer und Segler. Fast mediterran wirkt das Ambiente mit Palmen, Gärten und wunderschönen, kilometerlangen Stränden. Unerschrockene wagen hier im Sommer den Sprung in das gut 19 Grad lauwarme Wasser.
Folgen wir der Küste nach Westen so erreichen wir die fünf 'Finger' im Atlantik. Im Süden liegen die traditionellen Künstlerkolonien, die Mitte bildet der sagenumwobene und sich fest in touristischer Hand befindende Ring of Kerry und nach Norden schließt sich die wunderschöne Dingle Halbinsel an. Bei gutem Wetter, und das gibt es viel häufiger als geunkt wird, ist Dingle mit seinen satten grünen Wiesen, strahlendblauem Himmel und Meer, gelb leuchtenden Stränden und imposanten Felsküsten der Inbegriff von Irland. Warmer "apple pie", eine Tasse Tee und freier Blick aufs Meer… - hier möchte man bleiben!
Die Shannon-Region und die Midlands sind wieder ganz anders und ein Eldorado für Freizeitkapitäne. Der Fluss schlängelt sich durch sanftes Hügelland mit sattgrünen Weiden. Nur eine kurze Autofahrt entfernt liegt die Mondlandschaft des Burren, die den Schriftsteller Tolkien zum 'Herr der Ringe' inspiriert hat und die mit den Cliffs of Moher steil zum Atlantik abfallen. Karg und unfruchtbar erscheint Irland hier, doch 1100 der 1400 Pflanzenarten der Insel finden in dieser markanten Steinwüste ihren Lebensraum und verwandeln die grauen Kalksteinflächen im Frühjahr in ein Blütenmeer. Reiche Spuren aus prähistorischer und frühchristlicher Zeit belegen eindrucksvoll, dass diese Region einst dicht besiedelt gewesen sein muss.
Als Tor zu Connemara hat sich das einstige Fischerdorf Galway rasant entwickelt. Heute gilt das Universitätsstädtchen zu Recht als Kulturhauptstadt und Schmuckkästchen Irlands. Von hier aus geht es hinüber zu den Weiten des Connemara, einem Flickenteppich aus Sümpfen, Tälern, Bergen, Seen und kleinen Buchten.
Fehlt nur noch das Ende der Welt im Kaleidoskop der irischen Landschaften: Donegal ist für viele die schönste und auch die wildeste Ecke. Wetter, Küsten, Heidelandschaften - hier ist alles extremer als andernorts. Hier haben wir bereits die Grenze zu Nordirland passiert. Schließlich endet das Land am surreal wirkenden geologischen Wunderwerk des Giant's Causeway in der donnernden Brandung des Atlantik.
Iren sind absolut sportbegeistert. Neben Rugby und Fußball gibt es zwei einheimische Nationalsportarten, die viele Anhänger haben: Gälischer Fußball ist schnell und aufregend. Statt Tore mit Netz gibt es Torpfosten. Hurling ist eine Feldsportart wie Hockey, wird jedoch ebenfalls sehr schnell und mit viel Körpereinsatz gespielt. Neben Bosseln und Boxen sind Windhund- und Pferderennen große und viel beachtete Ereignisse im Jahreskalender. Wer bei diesen Veranstaltungen zuschaut und die Begeisterung miterlebt, der nimmt eine unvergessliche Urlaubserinnerung mit heim.
In den letzten Jahren hat Irish Folk immer mehr Fans gewonnen. Der Klang von "fiddle" (Geige), "tin whistle" (Metallflöte) und "brodhrán" (Rahmentrommel) erfüllt nicht nur in Irland allabendlich die legendär-gemütlichen Pubs, sondern füllt auch im Ausland große Konzerthallen. Für viele ist diese Musik der Auslöser, sich mit der grünen Insel zu beschäftigen. Sie schürt die Sehnsucht nach diesem Land, in dem das Leben gestern wie heute einem anderen Takt zu folgen scheint.